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>tuned lights<
jusha mueller
jusha mueller bezieht sich in ihrer malerei auf bestimmte orte. in längeren aufenthalten lotet sie licht und farbe dieser orte aus und speichert sie als inneres bild physischer präsenz. erst im atelier überträgt sie die gewonnenen eindrücke solange in schichten auf die leinwand, bis der farbklang als reaktiver widerhall des jeweiligen ortes für sie erkennbar wird. dabei arbeitet sie nicht bewußt planend und systemisch, sondern intuitiv, dem unterbewußten zugewandt.
die so erhaltenen leinwände bringt sie in einem zweiten schritt zurück an den ort und nimmt in einer prozesshaften malerei nochmals reaktiv bezug: durch äußere einflüsse wie stimmen, arbeitsgeräusche, naturgeräusche, stille etc. beeindruckt, hält sie den verlauf der zeit wie ein seismograph in form von rhythmischen pinselstrichen fest. dabei strukturiert und überschreibt sie die farbleinwände in einer art strichcode, als momentaufnahme eines das licht dieses ortes verändernden geschehens.
beginn und auftakt ihres zyklus >tuned lights< waren 2008 zwei performances mit dem schweizer klang- künstler christian kuntner. in diesen performances wurden malwerkzeug und leinwand der künstlerin mit tonabnehmern verkabelt.
die so abgenommenen geräusche dienten dabei als ausgangsmaterial für klangsequenzen, welche über mischpulte und PC-rechner verfremdet, überlagert und mutiert als „klangteppich“ der agierenden malerin und dem publikum zurückgespielt wurden. so entstanden zwei erste arbeiten unter dem performance-titel >tuned lights<.
„in meiner malerei verlasse ich bewußt die realität als übereinkunft. mich interessiert dabei die funktion des lichtes das ich täglich wahrnehme: seine intensität, seine verborgenheit im schwarz der nacht, seine allgegenwärtige durchdringung, sein flimmern, seine transluzenz, seine farbe, seine teilchen. im licht ist die materie gelöst, das licht gebiert die form. licht und farbe ist überall. selbst die zelle leuchtet. mich interessiert diese beeinflussung, die über-lagerung des lichtes durch zeitliches geschehen.“ sagt jusha mueller über ihre arbeiten.
und an anderer stelle über ihren zyklus >tuned lights<:
„es geht um die anwesenheit und die abwesenheit von farbe. es geht um reflektion und kontemplation, um spannung und polarität. es geht um zeit und licht, um das licht eines ortes das ein licht in mir erzeugt. es geht um den zeitlichen verlauf, um diesen dynamischen prozess der verwandlung, die darstellung dieser frequenzen. es geht um beeinflussung und unbeinflussbarkeit. um dieses aussen und innen, um hermetik und reaktion. um diesen widerspruch.“
www.jushamueller.de
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